Der Schwarzwald ist für vieles bekannt – etwa für seine wunderschöne Natur oder auch für die allseits beliebte Schwarzwälder Torte, die mit Kirschwasser, Biskuit, Sahne und Kirschen ein echter Leckerbissen ist. Pferdefreunden fällt bei Stichwort „Schwarzwald“ aber auch noch etwas ganz anderes ein – nämlich der Schwarzwälder Fuchs.

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Monika Kind, Rickenbach (Pottok at de.wikipedia) [GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Auch hier ist der Name kein Etikettenschwindel: Der Schwarzwälder Fuchs ist ein echter Schwarzwälder, der durch Zuchtbemühungen an die Region und die entsprechenden Erfordernisse angepasst wurde. Doch auch heute noch lässt der Schwarzwälder Fuchs das Herz manchen Pferdefreundes höher schlagen. Verantwortlich hierfür sind mit Sicherheit auch sein optisches Erscheinungsbild, sein Charakter sowie seine vielseitige Verwendbarkeit auch abseits der heute nicht mehr so relevanten schweren Waldarbeit. Mehr zu all diesen Aspekten erfahren Sie in den Abschnitten weiter unten. Beginnen wir aber zunächst einmal, indem wir einen kurzen Blick auf den historischen Background des Schwarzwälder Fuchses werfen.

Geschichte des Schwarzwälder Fuchses

Wer an Kaltblutpferde denkt, denkt nicht selten sofort an Belgien, das zum Beispiel für den Brabanter berühmt ist. Aber auch in Deutschland gibt es natürlich einige Kaltblutrassen, die es verdient haben, Beachtung zu finden. Dazu zählt auch der Schwarzwälder Fuchs, der zwar sicherlich nicht so bekannt ist wie das Belgische Kaltblut, aber dennoch Vertreter einer wunderbaren Kaltblutrasse ist. Eingangs ist es schon angeklungen: Der Schwarzwälder Fuchs kommt tatsächlich aus dem Schwarzwald – einer Mittelgebirgslandschaft in Baden-Württemberg. Wie lange es den Schwarzwälder Fuchs schon ganz exakt gibt, ist wie bei vielen anderen Kaltblutrassen schwer zu bestimmen. Auf jeden Fall reicht seine Geschichte viel weiter zurück, als es die offizielle Gründung der entsprechenden Pferdezucht Ende des 19. Jahrhunderts suggerieren mag. Möglich ist es dabei durchaus, dass der Schwarzwälder Fuchs schon seit 500 bis 600 Jahren in seiner Heimat geschätzt wird. Dabei leisteten die schönen und starken Pferde lange Zeit eine wichtige Hilfe bei der aufwendigen Bewirtschaftung von Wäldern. Heutzutage ist die Beliebtheit des Schwarzwälder Fuchses natürlich nicht mehr nur auf seine Heimatregion beschränkt, obwohl die Rasse nicht als sonderlich weit verbreitet gilt. Zur allerdings durchaus weitverbreiteten Anerkennung und Bewunderung der Rasse beigetragen hat sicherlich auch das gefällige Aussehen der ihr zuzuordnenden Tiere, das wir im Folgenden beschreiben.

Der Schwarzwälder Fuchs – ein ausgesprochen hübsches Pferd

Der Schwarzwälder Fuchs ist weder die Kaltblutrasse, welche die größten noch die schwersten Kaltblüter hervorbringt. Von klein und leicht kann man aber auch nicht gerade sprechen, wenn es um den Schwarzwälder Fuchs geht. Aber kann man das überhaupt bei einem Kaltblut? Bei einem Schwarzwälder Fuchs scheinen 700 Kilogramm und ein Stockmaß von 1,60 Metern für einen stattlichen Hengst jedenfalls durchaus möglich zu sein – auch wenn es sich hierbei schon so langsam um das Ende der Fahnenstange handeln müsste. Im Vergleich zu manch einer anderen Kaltblutrasse wie etwa dem Brabanter, bei dem es bei einem Gewicht von 700 Kilogramm erst langsam losgeht, ist der Schwarzwälder Fuchs also kein allzu wuchtiges Pferd. Und genau dies ist auch sein Vorteil, wenn es um die Arbeit geht, die im bergigen Schwarzwald in früheren Zeiten von Pferden zu verrichten war. Ein Pferd, das seinen Weg durch den Wald finden soll, muss schließlich eine gewisse Wendigkeit mitbringen.

Auch bei einem Kaltblut gibt es aber natürlich viele weitere optische Merkmale abseits von Größe und Gewicht, die Pferdefreunde interessieren könnten. Wenden wir uns also einmal der Fellfarbe zu, die für den Schwarzwälder Fuchs typisch ist. Eigentlich wäre der richtige Name für den Schwarzwälder Fuchs wohl Schwarzwälder Kaltblut. Nicht ohne Grund hat sich zusätzlich aber auch die Bezeichnung Schwarzwälder Fuchs eingebürgert: In der ganz überwiegenden Mehrzahl präsentieren sich die Vertreter dieser Rasse nämlich auch wirklich als Fuchs – also als Pferde, deren Fellfarbe in das Bräunlich-Gelblich-Rötliche tendiert. Ausnahmen bestätigen aber auch hier die Regel. Aber bleiben wir einmal bei dem Prototyp eines Schwarzwälder Fuchses. Dessen bräunliche Fellfarbe steht in einem wunderschönen Gegensatz zu einer helleren Mähne. Diese verleiht dem Schwarzwälder Fuchs eine freundliche Ausstrahlung und ist ein echter Blickfang. Getoppt wird sie nur noch von den Augen des Schwarzwälder Fuchses: Wer einmal in diese geblickt hat, wird sich dem Charme dieser besonderen Kaltblutrasse kaum noch entziehen können.

Charakter des Schwarzwälder Fuchses

Kaltblüter waren lange Zeit reine Arbeitstiere. Sicherlich ist auch dies ein Grund dafür, dass bei ihrer Zucht häufig auf eine relative Anspruchslosigkeit und Besonnenheit Wert gelegt wurde. Der Schwarzwälder Fuchs ist hier keine Ausnahme. Er ist aber auch nicht das, was Laien schnell mit einem Kaltblut assoziieren – nicht stoisch oder schwerfällig. Dagegen spricht schon sein Äußeres, das eine gewisse Wendigkeit impliziert, und tatsächlich wird man auch immer wieder hören, dass der Schwarzwälder Fuchs ein angenehm lebhaftes Temperament aufweist. All dies macht ihn zu einem ansprechenden Weggefährten, der nicht nur wunderschön aus der Ferne zu betrachten ist, sondern auch gerne seinen Menschen dient. Hier kann sich der Schwarzwälder Fuchs übrigens auch in Zeiten, in denen er nicht mehr zum Zwecke der Waldarbeit benötigt wird, auf unterschiedliche Art beweisen. Mehr dazu erfahren Sie im folgenden Abschnitt.

Verwendung des Schwarzwälder Fuchses in modernen Zeiten

Die Zeit, in der viele Pferderasse – insbesondere Kaltblüter – als unverzichtbare Arbeitstiere dienten, sind vorbei. Und so hat auch den Schwarzwälder Fuchs ein Schicksal ereilt, das er mit vielen anderen Kaltblutrassen teilt: Er gilt mittlerweile als gefährdet. Eigentlich gäbe es allerdings gute Voraussetzungen dafür, dass der Schwarzwälder Fuchs diese unschöne Zuschreibung verlieren könnte. Er gilt im Allgemeinen nämlich durchaus als geeignet dafür, Reitern die Freizeit zu versüßen. Die Nutzung als Reittier ist der Rasse dabei übrigens gar nicht so fremd, wie man zunächst denken könnte. Schon in früheren Zeiten als Arbeitstiere wurden Vertreter der Rasse nicht nur zur Zugarbeit eingesetzt. Aber natürlich treffen auch Pferdefreunde, die sich eher von schönen Ausfahrten in Kutschen begeistern lassen, mit dem Schwarzwälder Fuchs eine gute Wahl. Schließlich weist auch diese Kaltblutrasse, obwohl sie eher zu den leichteren und kleineren Rassen gehört, eine nicht unbeachtliche Stärke auf.