Die Bezeichnung Jütland wird in der Regel genutzt, um den Teil Dänemarks zu beschreiben, der sich auf dem Festland befindet und direkt an Deutschland angrenzt. Namensgebend ist diese Regionsbezeichnung auch für eine dänische Kaltblutpferderasse gewesen.

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Foto: By Malene Thyssen (Own work) [GFDL, CC-BY-SA-3.0 or CC-BY-SA-2.5], via Wikimedia Commons

Der Jütländer spielte als Pferd der Ritter bereits im Mittelalter eine wichtige Rolle und wurde später vor allem als Arbeitspferd in der Landwirtschaft genutzt. Für die Aufgaben, den der Jütländer in der Landwirtschaft nachgehen sollte, war er aufgrund seiner Statur, seines Arbeitswillens und seiner Stärke bestens geeignet. Im Folgenden erfahren Sie mehr über die Geschichte des Jütländers, über sein typisches Aussehen, seinen Charakter sowie über seine moderne Verwendung und Verbreitung.

Geschichte des Jütländers

Jütländer werden bei Freunden von Kaltblütern auf Gefallen stoßen, die das Ursprüngliche schätzen. Beim Anblick eines Jütländers kann man sich gut vorstellen, wie diese Pferderasse schon den Wikingern wichtige Dienste erbrachte. Und tatsächlich: Der Jütländer gehört zu den ältesten Pferderassen Europas. Zwar wurde der Jütländer im Laufe der Geschichte immer wieder mit anderen Pferderassen gekreuzt, dennoch konnte er sich etwas Natürliches bewahren, das ihn nach wie vor auszeichnet. Welche Pferderassen mit dem Jütländer zu unterschiedlichen Zeiten gekreuzt wurden, hing immer von den historischen Erfordernissen ab. War wieder einmal Stärke und Masse gefragt, kam selbstverständlich das Shire Horse, das größte Kaltblutpferd, infrage, um neue Züchtungen hervorzubringen. Aber auch viele andere Pferderassen wurden mit dem Jütländer gekreuzt. Sehr wichtig für das heutige Erscheinungsbild des Jütländers ist diesbezüglich die Einkreuzung der englischen Pferderasse Suffolk Punch. Hierbei handelt es sich um eine Rasse, die sehr alt ist und – wie der Name schon erkennen lässt – hauptsächlich in Ostengland gezüchtet wurde. Das Suffolk Punch ist dabei vor allem für seine Zugkraft und seine Widerstandsfähigkeit bekannt, die es selbstverständlich zu einem guten Arbeitspferd machen.

Aussehen

Obwohl im Laufe der Geschichte auch das Shire Horse eingekreuzt wurde, um die Rasse der Jütländer zu verändern, sind Jütländer keine Riesen unter den Kaltblütern. Sie erreichen ein Stockmaß von maximal 165 cm und sind somit als mittelgroße Pferde einzustufen. Trotz dieser nicht gerade enormen Größe besitzt der Jütländer eine ansehnliche Masse. Seine Schultern sind sehr breit, seine Beine stämmig, die Gelenke massiv, sein Hals kurz und kräftig und seine Bemuskelung enorm. Auch der Kopf des Jütländers fällt frappant groß aus. Diese etwas grobe Erscheinung wird allerdings relativiert durch die großen, sanften Augen, die großen Nüstern und die langen Ohren. Letztere strecken die Erscheinung optisch. Durch die Masse, die der Jütländer trotz seiner nicht enormen Größe mitbringt, kann er durchaus ein Gewicht von bis zu 800 Kilogramm erreichen. Sehr auffällig am Jütländer ist zudem der Kötenbehang: Dieser fällt bei der dänischen Pferderasse sehr stark aus und trägt somit zusätzlich dazu bei, dass die Beine kurz und stämmig wirken. Hinsichtlich der Färbung des
Jütländers kann man den Einfluss des Suffolk Punch noch heute beobachten: Jütländer präsentieren sich häufig als Füchse, wobei es allerdings diverse Farbabstufungen geben kann. Dabei trifft es sogar zu, dass eine ganz besondere Fuchsvariante beim Jütländer vorliegt: Man kann Vertreter dieser Rasse auch als Lichtfüchse bezeichnen. Lichtfüchse weisen – ab und an auch aufgrund des Einflusses eines spezifischen Gens, das häufig bei Kaltblütern auftritt, – eine hellere Mähne und einen helleren Schweif auf. Auch viele Frederiksborger, Vertreter einer ebenfalls dänischen Pferderasse, die in früheren Zeiten mit dem Jütländer gekreuzt wurde, sind Lichtfüchse.

Charaktereigenschaften des Jütländers

Jütländer waren in früheren Zeiten nicht nur als Arbeitspferde gefragt, da sie sehr kräftig sind. Auch ihr Charakter hatte Einfluss darauf, dass die Tiere gerne als Hilfen in der Landwirtschaft genutzt wurden. Jütländer sind im Allgemeinen arbeitswillig, gutmütig und menschenbezogen. Sie weisen eine unverkennbare Intelligenz auf, nutzen diese aber nicht gegen ihren Menschen, sondern lassen sich im Gegenteil gut führen und zeigen sich von einer sehr gehorsamen und zuverlässigen Seite.

Verwendung des Jütländers gestern und heute

Aufgrund ihrer Stärke wurden die Jütländer bereits von Wikingern und Rittern geschätzt. Später fanden sie fast ausschließlich noch Verwendung als Zugpferde, die Landwirten die alltägliche Arbeit enorm erleichterten. Die Zeiten, in denen Tiere schwere Arbeiten in der Landwirtschaft verrichten mussten, sind allerdings längst vorbei: Sie wurden ersetzt durch Maschinen, welche die modernen Ertragssteigerungen erst ermöglichen konnten. Heutzutage wird der Jütländer aufgrund seines ansehnlichen Erscheinungsbildes oft dann eingesetzt, wenn es um das Repräsentieren geht. Er zieht zum Beispiel Bierkutschen oder Kutschen, die mit Touristen besetzt sind. Zum Reiten eignen sich Jütländer weniger gut, da sie eine ordentliche Masse mitbringen. Sie können aber natürlich auch im privaten Bereich bestens als Kutschpferde genutzt werden. Durch den Umstand, dass es auch für den Jütländer als typischen Vertreter der Kaltblüter immer weniger Arbeit gibt, sind Stellvertreter der dänischen Pferderasse leider recht selten geworden. Ihr faszinierendes und ursprüngliches Äußeres sowie ihre bemerkenswerte Intelligenz und Menschenfreundlichkeit sollten allerdings ausreichende Gründe sein, dass sich in Zukunft wieder mehr Fans dieser Pferderasse finden lassen werden.